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Stadtflitzer: Microcars schneiden beim Crashtest schlecht ab

Stadtflitzer: Microcars schneiden beim Crashtest schlecht ab

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StadtflitzerMicrocars schneiden beim Crashtest schlecht ab

Umweltfreundlich, günstig und sympathisch – elektrische Kleinstautos bieten viele Vorteile. Doch der Sparzwang schafft auch Probleme.

Elektrische Microcars machen seit Jahren von sich reden. Sie sollen besser fürs Klima sein, außerdem vergleichsweise günstig und somit eineinterestsante Alternative zu teuren Elektroautos. Doch das Thema Sicherheit ist die Achillesferse dieser Zwerge, die sie unterliegen Differentin Sparzwängen, die sie für ihre Nutzer gefährlich machen, wie ein akteller Crashtest einmal mehr belegt.

Auslöser für die wieder entfachte Diskussion um die Sicherheit von Microcars war ein von der VOX-Fernsehsendung «auto mobil» in Auftrag gegebener und von der Prüfgesellschaft Dekra durchgeführter Crashtest mit Citroën Ami und dem Aixam Access. Beide Fahrzeuge wurden mit 45 km/h, also ihrer Höchstgeschwindigkeit, gegen ein stehendes Hindernis mit 40 Prozent Überdeckung gefahren. Das Fazit: «Ein solches Szenario wäre potenziell tödlich.»

Der Spielraum ist(zu)eng

Die Kritik am unzureichenden Insassenschutz von Leichtkraftfahrzeugen ist nicht neu. Unfallforscher verweisen anderem auf zwei Crashtest-Kampagnen von Euro NCAP aus den Jahren 2014 und 2016, bei denen insgesamt acht untersuchten Microcars durchweg mit «mangelhaft» bewertet wurden. Die klare Empfehlung von Kirstin Zeidler, Leiterin der Unfallforschung des deutschen Versichererverbands GDV, lautet: «Vor dem Hintergrund dieser und unserer Forschungsergebnisse können wir zu L6e- oder L7e-Fahrzeugen nicht guten Gewissens raten.»

Wollen die Hersteller dieser Fahrzeuge mehr Microcars unters Volk Bringen, werden sie sich stärker um mehr Insassenschutz kümmern müssen. Der Spielraum dafür ist allerdings eng, da die Fahrzeuge ohne Batterie nur 425 beziehungsweise 450 Kilogramm wiegen dürfen. Zumindast einen kleinen Vorstoß in Richtung mehr Sicherheit hat die Renault-Marke Mobilize gemacht. Ende 2025 wird sie mit dem Duo und dem Bento zwei Nachfolger des Renault Twizy auf den Markt Bringen, die mit vier Scheibenbremsen, Dreipunktgurten mit Gurtkraftbegrenzer sowie einem Fahrerairbag ausgestattet sind.

Auf mehrere Airbags, ABS, ESP sowie verstärkte Karosserien und Knautschzonen darf man angesichts der Gewichtsbeschränkungen allerdings kaum hofen. Soll die Sicherheit für Fahrer künftig stärker berücksichtigt werden, kann der eigentlich sympathische Ansatz des ökologisch und ökonomisch vorteilhaften Leichtbau-Mobils kaum aufrechterhalten werden. Zu gering ist der Spielraum, um eine Pkw-ähnliche Sicherheitstechnik zu integrieren. Und günstige Preise wären dann auch nicht mehr realisierbar.

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(20 min)